Der WTF-Moment
Geschrieben am 13.11.2010 | 1 Kommentar
Vor ein paar Jahren hab ich mir eine PS3 gekauft – in erster Linie als BluRay-Player. Als visueller Mensch, der schon beim Quake spielen von falschen Bildwiederholraten Kopfschmerzen und nervöses Zucken von spät aufbauenden Texturen und Tearing bekam und 10 Jahre vor der Fachpresse von Mikrorucklern bei SLI-Konfigurationen faselte, wusste ich von Anfang an die qualitativen Vorteile gut gemachter (das trifft leider nicht auf alle Filme auf diesem Medium zu) BluRays zu würdigen. Selbst auf meinem ödeligen 40″-er TV.
Während gewisse Personen in meinem Umfeld [Jaha, du bist gemeint
] vermutlich noch ein Youtube-Filmchen als BluRay-Perle hätten durchgehen lassen und mein “da sieht man jedes [insert winziges Bildelement here]” mit Achselzucken quittierten, zauberten gut gemachte BluRays immer wieder ein Lächeln in mein Gesicht. Meine Begeisterung resultierte aber aus simplen Wissen und reiner Analyse. Der “Boah Ey. WTF?” Moment hat mich nie erreicht in all den Jahren. Selbst einige BluRays-Skeptiker wurden schon durch ein “Hammer!!!!” bei Herr der Ringe oder ein “Boarrrr” bei sonstwas bekehrt. Ich bin eher BluRay-Pragmatiker. Es ist besser weil XXXXXXXXX Pixel und 24p und überhaupt.
Bis vor einer Stunde.
Ich bin Baujahr 70, wie der ein oder andere vielleicht weiss. Seit ich 11 bin, mag ich Iron Maiden. Aufgewachsen bin ich mit knarzenden Schallplatten, lausigst auf Tape kopierten Bootlegs, und Kopien einer Kopie einer Kopie eines miesen Homevideo-VHS-Mittschnitts von Konzert XY. Als ich mir mit 18 einen Traum erfüllte und zu den Monsters of Rock nach Schweinfurt fuhr, wo Iron Maiden als Headliner auftraten, besserte sich mein eher VHS-bedingt verschwommenes Bild der Liveperformance der Band nicht wirklich. Das lag zum einem am Alk-Pegel, vor allem aber auch an einer bewegungsgehandicappten Person in meinem Freundeskreis wegen der wir eher weiter hinten standen. Das war auch gut so, da nur so die ganze Pracht der Bühnendeko der Seventh-Son-Tour zur Geltung kam. Im Moshpit hätte man davon nicht soviel mitbekommen.
Ziemlich genau 20 Jahre später bin ich dann mit ein paar Freunden nach Horsens in Dänemark gefahren um Maiden nochmals live zu sehen. Wieder hat sich an dem eher verschwommenen Bild der Liveperformance nicht viel geändert, da wir diesmal eher altersbedingt (hust) lieber die Show geniessen als in den vorderen Reihen rumrempeln wollten.
Ich blicke also auf 29 Jahre unscharfe Live-Eindrücke von Iron Maiden-Konzerten zurück. Das ist selbst in meinem Alter ne ganze Menge.
Vor einer Stunde hab ich dann mal die (wie in letzter Zeit üblich) aus der Grabbelkiste gezogene “Flight 666″-Blue Ray eingelegt. Unser eher geräuschempfindlicher Hund ist bei Sandra – also Boxen aufgedreht und … naja. Als mein Kiefer wieder hochgeklappt war, hab ich diesen Eintrag verfasst.
Ich mag BluRays.
Kommentare
Ein Kommentar zu “Der WTF-Moment”
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13.11.2010 @ 11:59
unser geräuschempfindlicher und vor Regenschirmen Angst habender Hund hat eben dafür gesorgt, dass sich ein gestandener Mann fast in die Hosen scheisst! =(
Wir müssen sie dringend an Regenschirme gewöhnen!
P.S.: ich lade mich schon mal zum Film gucken ein!